Lot 232
Aristide Maillol
1861 Banyuls-sur-Mer – 1944 Perpignan
Femme au crabe, 1904
Bronze, Guss um 1924 mit braunschwarzer Patina; H 17 cm; mit dem Monogramm und Gießereistempel „H. NOACK BERLIN“
In ihrer Expertise von 2018 schreibt Frau Dr. Ursel Berger: „Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass die vorliegende Bronze 1924 nach einem Modell, das Flechtheim von Vollard erhalten hatte, gegossen wurde. Sie ist somit kein posthumer Guss“. Weiter führt sie aus, dass
eine ganz geringe Zahl von Bronzen, für die Vollard die Rechte besaß, in Berlin um 1924 bei H.Noack gegossen wurden, der berühmtesten Bild-Kunstgießerei Deutschlands. Das trifft auch auf die vorliegende Figur zu, die den Gießerstempel H.Noack Berlin aufweist. Vollard hatte die Gussrechte zu einem geringen Teil an den Kunsthändler Alfred Flechtheim Berlin und Düsseldorf weitergegeben. „In der Gussqualität ähnelt die Bronze den französischen Beispielen. Sie sind alle recht skizzenhaft modelliert – vor allem das Gesicht – was eine Konstante bei allen Güssen aus der Lebenszeit Maillols ist.“ (Gutachten Dr. Ursel Berger). Gemäß der Expertin gehört die Femme au crabe zu den besonders beliebten Kleinplastiken des Bildhauers. Exemplare dieser Figur hat Flechtheim an zwei deutsche Museen verkauft: 1926 nach Leipzig, 1927 nach Hamburg.1929 ging ein weiteres Stück in die Köller-Möller-Sammlung und ist im Museum in Otterlo erhalten. Den Gussbüchern von Noack zufolge sind auch nur wenige Maillol-Güsse, vielleicht noch nicht einmal zehn Bronzen von drei oder vier verschiedenen Modellen hergestellt worden und dies anscheinend nur in der Mitte der 20 Jahre. (Lit.: Sprung in den Raum, Skulpturen bei Alfred Flechtheim. Hrsg.: Ottfried Dascher 2017 – Buch liegt bei); Rewald Seite 108-109
Provenienz: Sammlung Stiftung Oehlert/Bad Soden
Gutachten Frau Dr.Ursel Berger / Berlin vom 05.02.2018 liegt vor.

Preise & Bieten

Schätzpreis: 40.000 – 60.000 EUR